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Geld verdienen mit vorläufig registrierten Domains

Geld verdienen mit vorläufig registrierten Domains

Es gibt viele Wege, im Internet Geld zu verdienen. Eine besonders dreiste Masche hat nun Bob Parsons, der Gründer von godaddy.com angeprangert. Mehr als 93% aller registrierten Domains werden vor dem Ablauf der Rückgabefrist wieder gekündigt und bleiben unbezahlt. Die Werbeeinnahmen bleiben aber beim Registrar.

Bochum, 19. Maio 2006

Die virtuelle Welt des Internet ist in vielerlei Hinsicht ein Spiegel des wahren Lebens. Hier wie dort gibt es Betrüger und bauernschlaue Geschäftemacher, die rechtliche Grauzonen zum eigenen Profit ausnutzen. Im September 2004 wurde mit RFC 3915 eine Kulanzzeit von 5 Tagen eingeführt. Wer innerhalb dieser Zeit die registrierte Domain wieder abmeldet, bekommt sein Geld zurück. Diese an sich faire und mit dem Rückgaberecht von Haustürgeschäften vergleichbare Regelung wird aber seit einiger Zeit von windigen Geschäftemachern massiv ausgenutzt.


Bob Parsons der Gründer von GoDaddy.com, einer Firma, die ähnliche Dienste wie hierzulande 1&1 und Strato anbietet, beklagt, dass im April 32,7 von 35 Mio. registrierten Domains innerhalb von 5 Tagen wieder abgemeldet wurden. Das ist ein Anteil von 93,4%. Bei directNIC sehen die Verhältnisse noch schlimmer aus. Von 8,4 Mio. registrierten Domainnamen im April wurden nur 51.400 bezahlt (also etwa 0,6%). Auf diese Weise werden die Internetdienstleister um Ihr Geld gebracht. Die geizigen Registrare der Domains tun dies nun nicht, um GoDaddy, DirectNIC oder ICANN zu ärgern. Dahinter steckt folgende Methode:


Die listigen Registrare hinterlegen bei einer Vergabestelle von Domainnamen (z.B. VeriSign) einen bestimmten Betrag als Pfand. Mit 600.000$ z.B. kann man bei VeriSign bis zu 100.000 Domainnamen registrieren. Die Domains werden mit einfachen Webseiten bespielt, die darauf ausgerichtet sind, in den Suchanfragen von Suchmaschinen möglichst weit oben aufzutauchen. Wenn jemand die Seite besucht und die Werbung anklickt, fließt Geld. Offenbar sind die Registrare nicht willens diese Einnahmen um die Registrierungsgebühr zu schmälern. Sie melden die Domains nämlich innerhalb der Einspruchsfrist wieder ab, um sie kurz darauf wieder zu registrieren. Das Spiel beginnt von vorn und läuft oft über Monate und Jahre. Das Verfahren hat auch noch andere Vorteile. Domains, die nicht erfolgreich sind, werden nach einer Testperiode nicht wieder registriert und stattdessen werden andere Domainnamen getestet. Und nur wenn eine Domain wirklich erfolgreich ist, wird sie auf Dauer registriert.


Abgesehen von der Beutelschneiderei, die von den (legal aber) illegitim handelnden Registraren betrieben wird, belegen sie mit Ihren Methoden auch einprägsame Domainnamen, die dann für (ehrliche) Anbieter von Inhalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Bob Parsons nennt dieses Verfahren Domain Kiting und verlangt, dass dieser Missbrauch der Kulanzregelung gestoppt wird. Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers reguliert die Angelegenheiten des Internet) verweigert zu diesem Thema bislang eine Stellungnahme.


Es ist außerdem denkbar, dass diese Seiten zur Installation von Adware/Spyware und Malware genutzt werden. Auch so lässt sich Geld verdienen. Der HTTP-Scan von AntiVirenKit blockiert den Aufruf solcher Seiten und verhindert so Schlimmeres. Seien Sie dennoch vorsichtig, wenn Sie bei der Suche im Internet auf offenbar werbefinanzierte Seiten stoßen. Mit jedem Klick auf Werbebanner unterstützen Sie den Missbrauch durch solche Domain-Kite-Ganoven.


Weitere Informationen:

Bob Parsons: Domain Kiting (engl.)

E-Mail: presse@gdata.de
telefone: 0234 / 97 62 - 0

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Autor:
Ralf Benzmüller