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PDF-Attacke im Rotlichtbezirk

PDF-Attacke im Rotlichtbezirk

Manipulierte Dokumente schleusen Schadsoftware ein

Bochum, 08. Junho 2009

Von den Analysesystemen der G Data Security Labs konnten in den letzten Tagen mehrere hundert Domains mit anrüchigen Namen identifiziert werden, die über eine Sicherheitslücke im Adobe Acrobat Reader Benutzersysteme mit Schadsoftware infizieren sollen.

Die Bezeichnungen der Domains kombinieren beliebte „Schmuddelbegriffe“, um Internetsurfer anzulocken, die nach Erwachseneninhalten im Netz suchen. Die Betreiber der schädlichen Seiten nutzen flankierend Methoden der sogenannten Suchmaschinenoptimierung, um eine bessere Platzierung in der Rangfolge von Suchmaschinenergebnissen zu erhalten.

"Momentan finden wir diese PDF-basierten Angriffe nur auf Rotlichtseiten. Angesichts des Erfolgs ist zu erwarten, dass in naher Zukunft auch auf anderen Seiten entsprechende PDFs als Träger von Schadcode eingesetzt werden.", prophezeit Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs.

Die Webseiten der Domains enthalten Inline-Frames, die auf ein schädliches PDF-Dokument eines chinesischen Malwareverbreitungs-Servers verweisen und in der Standardkonfiguration verbreiteter Browser mit dem Acrobat-Plugin automatisch geladen werden, sobald ein Besucher die Seite aufruft.

 

 

Die Antivirus-Produkte von G Data erkennen die PDF-Datei als „JS:Pdfka-FS“. Bei eingeschaltetem Wächter sind G Data Kunden somit vor einer Infektion geschützt.  Der Schadcode, der während der Attacke nachgeladen wird, wird ebenfalls von G Data als Packer.Malware.NSAnti.h (EngineA) bzw. "Win32:Agent-ACFU [Trj]" (EngineB) erkannt und geblockt (sofern der HTTP-Scan nicht ausgeschaltet ist).
 
So wie andere aktuelle Schädlinge, die Schwachstellen im PDF-Format ausnutzen, versteckt das Dokument seine schädlichen Funktionen durch eine Kompressionsfunktion.
 
Das entpackte Objekt enthält ein JavaScript, das zunächst einen sogenannten Heap-Spray ausführt, bei dem der Hauptspeicher der Anwendung mit dem auszuführenden Angriffscode gefüllt wird. Schließlich nutzt das Skript einen Pufferüberlauf in der Collab.getIcon()-Funktion  aus, um den vorbereiteten Schadcode auszuführen (s. CVE-2009-0927):
 
Das PDF-Format erfreut sich bei Internetkriminellen dank mehrerer Schwachstellen im weitverbreiteten Adobe Reader in den letzten Monaten einer stark steigenden Beliebtheit als Infektionsvektor für Clientrechner. Der aktuelle Angriff demonstriert eindrucksvoll den Versuch der Angreifer, Internetsurfer durch vermeintlich pornografische Inhalte anzulocken und ihre Schadsoftware durch die Ausnutzung einer dieser Schwachstellen zu verbreiten.

E-Mail: presse@gdata.de
telefone: 0234 / 97 62 - 0

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Autor:
Werner Klier